Ratgeber / MCP
Welche MCP-Server es gibt.
Es sind Tausende, und die Zahl ändert sich wöchentlich. Diese Übersicht sortiert nach Anwendungsfall statt nach Beliebtheit und sagt dazu, worauf man bei der Auswahl achten sollte.
Die einzige Unterscheidung, die wirklich zählt
Bevor die Kategorien kommen, die wichtigere Frage: Wer betreibt den Server? Ein Server bekommt Zugriff auf das, was hinter ihm liegt — daran ändert kein Sternchen auf GitHub etwas.
- Erstanbieter-Server. Vom Hersteller des Dienstes selbst betrieben. Für verbreitete Werkzeuge inzwischen der Normalfall und die erste Wahl: Die Zugriffsrechte sind dieselben wie in der App, und der Betreiber ist derselbe, dem du ohnehin schon vertraust.
- Gemeinschaftsserver. Von Einzelpersonen gebaut, oft für Nischen, die sonst niemand bedient. Häufig ausgezeichnet gemacht — aber sieh nach, wer dahintersteht, bevor du ihm Zugangsdaten gibst.
- Selbst betriebene Server. Läuft auf deiner eigenen Maschine, oft nur lokal. Die sicherste Variante und die mit dem meisten Aufwand.
Nach Anwendungsfall sortiert
- Entwicklung. Der am dichtesten besetzte Bereich: Zugriff auf Repositorys und Pull Requests, auf das lokale Dateisystem, auf Datenbanken wie Postgres und auf einen gesteuerten Browser für automatisierte Tests. Wer mit einem Coding-Agenten arbeitet, fängt hier an.
- Arbeitsorganisation. Aufgaben und Tickets, Wissensdatenbanken, Chat-Verläufe. Die verbreiteten Anbieter dieser Kategorie haben inzwischen eigene Server — damit kann ein Assistent Vorgänge anlegen, Zusammenhänge nachschlagen und Zusammenfassungen dorthin zurückschreiben, wo das Team ohnehin arbeitet.
- Geschäft und Zahlungen. Lesezugriff auf Zahlungen, Kunden und Abonnements. Hier lohnt ein besonders genauer Blick auf die Rechte: Lesen ist etwas anderes als Auslösen.
- Infrastruktur und Betrieb. Hosting, Fehlerberichte, Auslieferung. Nützlich in der Fehlersuche, weil der Assistent Protokoll und Quelltext in einem Durchgang ansehen kann.
- Alltag und Kommunikation. Der jüngste Bereich und der einzige, der über den Bildschirm hinausreicht: Kalender, Post — und Telefonie. wecallio gehört hierher: ein Server, dessen Werkzeuge einen echten Anruf auslösen und die Zusammenfassung zurückgeben.
Die Server, die fast überall auftauchen
Quer durch alle Listen wiederholen sich dieselben Namen. Wer einen Anfang sucht, findet ihn hier — Stand August 2026:
- Dateisystem. Lesender und schreibender Zugriff auf einen freigegebenen Ordner. Der Klassiker zum Ausprobieren, weil man das Ergebnis sofort sieht, und der Server, bei dem man am genauesten hinsehen sollte, welchen Ordner man freigibt.
- Code-Hosting. Repositorys, Vorgänge und Pull Requests. In Verbindung mit einem Coding-Assistenten der mit Abstand meistgenutzte Server überhaupt.
- Datenbanken. Abfragen gegen die eigene Datenbank, meist mit reinem Lesezugriff. Für Auswertungen, die sonst jemand von Hand zusammensucht.
- Gesteuerter Browser. Ein Assistent, der Seiten wirklich öffnet und bedient, statt sie nur abzurufen. Nützlich für Tests und für Portale ohne Schnittstelle.
- Aufgaben, Wissen, Chat. Ticket- und Wissenssysteme sowie Team-Chats haben inzwischen fast alle einen eigenen Server. Damit kann ein Assistent Vorgänge anlegen und Zusammenhänge nachschlagen, ohne dass jemand zwischen Fenstern wechselt.
- Zahlungen und Betrieb. Zahlungsanbieter, Hosting-Plattformen und Fehlerberichtsdienste stellen eigene Server bereit — meistens lesend, was für den Anfang genau richtig ist.
Einen Server ausprobieren, ohne ihm alles zu geben
- Mit einem Zweitkonto oder einer Testumgebung anfangen, wenn der Dienst das hergibt.
- Nur Leserechte vergeben, solange du den Server nicht kennst. Schreiben kann man später immer noch freischalten.
- Bei lokalen Servern einen eigens angelegten Ordner freigeben statt des Benutzerverzeichnisses.
- Eine Aufgabe wählen, deren Ergebnis du sofort beurteilen kannst — dann merkst du auch, wenn etwas nicht stimmt.
- Nach dem Ausprobieren wieder entfernen, was du nicht weiterbenutzt.
Wo die vollständigen Listen stehen
Eine Übersicht wie diese veraltet zwangsläufig. Für den tagesaktuellen Stand lohnen sich die Verzeichnisse — sie listen jeweils mehrere Tausend Server und lassen sich nach Kategorie durchsuchen:
- Das Verzeichnis der MCP-Community (mcpservers.org)
- PulseMCP — Verzeichnis mit wöchentlichem Newsletter
- Glama — durchsuchbares Verzeichnis mit Prüfhinweisen
- Awesome MCP Servers — die kuratierte Liste auf GitHub
- Die Spezifikation selbst (modelcontextprotocol.io)
Stand dieser Übersicht: August 2026. Die Kategorien halten länger als die Namen — welcher Anbieter gerade welchen Server pflegt, steht am zuverlässigsten in den Verzeichnissen oben.
Was ein Server kostet
Der Server selbst ist fast immer kostenlos — er ist nur die Hülle. Bezahlt wird, was dahinter passiert, und dafür gibt es drei Muster:
- Im Abo enthalten. Bei Erstanbieter-Servern der Normalfall: Wer den Dienst ohnehin bezahlt, zahlt für den MCP-Zugang nichts extra. Die Rechte richten sich nach dem Tarif, den du hast.
- Nach Verbrauch. Überall dort, wo jeder Vorgang echte Kosten auslöst — Telefonie, Versand, Rechenzeit. Achte auf ein Kontingent oder eine Obergrenze: Sie ist der einfachste Schutz vor einer Kette missverstandener Aufträge.
- Kostenlos, weil selbst betrieben. Lokale Server kosten nur, was ihre Laufzeit kostet — und die Zeit für die Einrichtung.
Selbst einen bauen — wann sich das lohnt
Für interne Werkzeuge ohne fertigen Server ist der Aufwand geringer, als er wirkt: Ein zustandsloser Remote-Server ist im Kern eine Handvoll HTTP-Endpunkte, und die eigentliche Arbeit steckt in zwei Dingen — in guten Werkzeugbeschreibungen und in der Anmeldung.
Gegen einen eigenen Server spricht dagegen fast immer, wenn es für dieselbe Sache einen Erstanbieter-Server gibt. Der kennt die Rechteverwaltung seines Dienstes besser, als eine nachgebaute Hülle es je täte, und er wird gepflegt, wenn sich die Schnittstelle dahinter ändert.
Woran du einen brauchbaren Server erkennst
- Er nennt seinen Betreiber und hat eine Datenschutzerklärung, die zu dem passt, was er tut.
- Seine Werkzeugbeschreibungen sagen, was passiert, und nicht nur, dass etwas passiert. Das ist der Text, aus dem das Modell seine Entscheidung ableitet.
- Er verlangt nur die Rechte, die er braucht. Ein Server, der für eine Leseaufgabe Schreibrechte anfordert, ist eine Rückfrage wert.
- Folgenreiche Schritte laufen nicht stillschweigend durch. Was Geld kostet oder nach außen wirkt, sollte eine Rückfrage auslösen.
- Er behandelt fremde Inhalte als fremd. Was ein Werkzeug zurückgibt, darf nicht wie eine Anweisung des Nutzers wirken.
Häufige Fragen
Wie viele MCP-Server gibt es?
Die großen Verzeichnisse führen jeweils mehrere Tausend Einträge, mit deutlichen Überschneidungen. Eine belastbare Gesamtzahl gibt es nicht: Jeder kann einen Server veröffentlichen, und ein großer Teil davon sind Experimente.
Sind MCP-Server kostenlos?
Der Standard ist offen, und viele Server sind kostenlos. Was der Dienst dahinter kostet, entscheidet der jeweilige Anbieter — bei Diensten mit echten Kosten pro Vorgang, etwa Telefonie, hängt der Server üblicherweise an einem Tarif.
Welchen MCP-Server sollte ich zuerst ausprobieren?
Einen, dessen Ergebnis du sofort beurteilen kannst. Wer programmiert, nimmt den Zugriff aufs eigene Repository; wer das nicht tut, nimmt etwas aus dem Alltag — einen Kalender oder einen Anruf, den man ohnehin führen müsste.
Kann ich mehrere MCP-Server gleichzeitig verbinden?
Ja, und das ist der Normalfall. Der Assistent sieht dann die Werkzeuge aller verbundenen Server. Bei sehr vielen gleichzeitig lässt die Trefferquote nach — dann hilft es, den gewünschten Server im Auftrag zu nennen.
Zuletzt aktualisiert am 17. August 2026.
wecallio ist selbst ein MCP-Server — einer, der telefoniert. Verbinden dauert ein bis zwei Minuten, der erste Demo-Anruf kostet nichts. Was dabei genau passiert, steht auf der Produktseite; alle Ratgeber stehen in der Übersicht.